Klick! Ein paar Fragen an Hochzeitsfotografin Annette Riedl.

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Wenn der Antrag erstmal erfolgreich durch ist, beginnt für Brautpaare in Spe eine echt turbulente Zeit.

Verwandtschaftsbesuche, viel viel Post und gefühlte 100.000 Dinge die organisiert werden wollen bis zum großen Hochzeitsfest!

(Reminder: eine riesige kostenlose Checkliste und viele hilfreiche Planungstools für die Hochzeitsvorbereitung finden Sie beim Druckateur. Wir berichteten)

Ein paar Dinge müssen wirklich frühzeitig geklärt werden:

Steht der Termin für die Hochzeit, dann sollten man so schnell wie möglich einen guten Hochzeitsfotografen ausfindig machen, die sind nämlich häufig schon Monate im Voraus ausgebucht – insbesondere wenn es sich um Hochzeiten handelt, zu denen der Fotograf für ein ganzes Wochenende anreist.

Durch die Hochzeitsbilder bleibt die Hochzeit ein Leben lang „wieder erlebbar“. Idealerweise werden durch den Fotografen Momente, Situationen und Perspektiven eingefangen, die die einmalige Stimmung Ihres Hochzeitsfestes genau wieder geben. Das kann ein erfahrener Profi mit der richtigen Ausrüstung und dem richtigen Riecher einfach am besten. Ich selbst habe viele Details unserer eigenen Hochzeit überhaupt erst auf den Bildern entdeckt – nicht zuletzt, da ich fand, das Brille und Brautkleid nicht zusammen passten und ich die Kontaktlinsen leider nicht vertrug… Aber selbst mit Brille: ich kenne kein Brautpaar, das sich nicht wie versessen auf seine Hochzeitsbilder gestürzt hätte und voller Begeisterung und Freude seinen großen Tag erneut entdeckt.

Die Auswahl des Fotografen ist absolute Vertrauenssache. Am besten sind natürlich Empfehlungen aus dem Freundeskreis! Wir kennen natürlich auch ein paar – wer mal kucken möchte: hier entlang bitte.

Neulich unterhielt ich mich sehr nett mit der Deutschland weit aktiven und vielen von Ihnen sicher bekannte Hochzeitsfotografin Annette Riedl. Sie erzählte mir ein bißchen aus dem „Nähkästchen“ und ich freue mich, dass ich ein paar der Fragen, die wir erörtert haben, in einem Interview veröffentlichen darf.

Allen Brautpaaren in Spe sende ich herzliche Glückwünsche, wünsche ihnen eine tolle Verlobungszeit und freue mich aus der Ferne mit!
Herzlichst
Ihre
Sylvia v. Braunschweig


Klüngelkram:
Frau Riedl, sie sind erfahrene Fotografin und haben schon auf vielen großen Gesellschaften fotografiert. Gibt es neben den schier unerschöpflichen Motivideen und Ratgeberseiten zum Thema Hochzeit im Internet noch Tipps, die Sie „ihren“ Brautpaar geben? Kann das Brautpaar, außer dekorativ auszusehen, überhaupt dazu beitragen, dass ihre Hochzeitsbilder gut werden oder ist das allein Sache des Fotografen?

Annette Riedl:
Das wichtigste ist, dass man bestimmte Situationen vorher bespricht, denn natürlich kann das Brautpaar viel für gute Fotos tun. Grundsätzlich gilt: Je sicherer und vorbereiteter das Paar sich in bestimmten Situationen fühlt, desto entspannter und natürlicher werden auch die Fotos.

Ein Beispiel: Bei der kirchlichen Trauung ist „der Kuss“ im Ablauf aus theologischer Sicht nicht vorgesehen. Wenn das Paar sich das klassische Kussfoto aus der Richtung des Pfarrers mit den Gästen im Hintergrund wünscht, dann sollte man das unbedingt vorab mit dem Pfarrer besprechen und einen Zeitpunkt im Trauungsablauf dafür ausmachen. By the way: Ein Zungenkuss ist hier sicher unpassend, aber das „Küsschen“ darf ruhig länger sein. So hat der Fotograf Zeit, wenigstens 2 Bilder zu machen…

…ein weiteres Beispiel fällt mir dabei noch ein: Beim Auszug aus der Kirche ist es häufig der Fall, dass der Pfarrer vorangeht. Dann ist es sehr schwer, gute Bilder während des Auszuges zu machen. Das finde ich immer sehr schade, denn gerade hier hat man glückliche und entspannte Gesichter, weil man den „angespannten“ Teil geschafft hat. Vielleicht können sie den Pfarrer überreden, HINTER ihnen zu gehen. Schließlich ist es IHR AUFTRITT!!! Da ich selbst Pfarrerstochter bin, weiß ich allerdings, dass das oft zu viel verlangt ist. Dann machen sie einfach Folgendes: lassen sie sehr viel Platz zwischen sich und dem Pfarrer – das ist auch nicht komisch. Denn es ist ihr Moment, der in vollem Zügen genossen werden soll. Man darf also ruhig langsam laufen. Hier kann der Fotograf zwischen dem Pfarrer und dem Paar sein und hat das Hochzeitspaar auf wunderbaren Fotos festgehalten – ohne das Gesicht des Pfarrers davor.“

Klüngelkram:
Oh ja! Dazu habe ich – nach 5 Geschwisterhochzeiten und vielen vielen Freundes- und Verwandtschaftshochzeiten auch noch etwas beizusteuern: Ich kenne unglaublich viele Paare, die wirklich traurig über die Bilder aus der Kirche sind, weil die lieben Cousinen und Freundinnen, deren Kinder als Brautkinder eingesetzt sind, sich vor dem Brautpaar in den Gang zwängen und an ihren Kindern rumzuppeln. Der Fotograf und die Gäste bekommen dabei die bestimmt auch dekorativen, in dieser Situation aber vollständig unerwünschten Hinterteile entgegen gestreckt.

Liebe Blumenkindermütter: bitte richtet die Schleifen der Brautkinder vor dem Schluss-Segen und bleibt danach in den Bänken. Es ist vollständig egal, ob die Blumenkränzchen nach der Hälfte des Auszuges nicht mehr vollständig waagerecht sitzen. Lasst sie einfach. Und Blumenkinder die sich plötzlich nicht mehr trauen vor dem Brautpaar herzulaufen, werden nicht heulend und an der Hand von Papi vor dem Brautpaar aus der Kirche geführt sondern erstmal zügig und dezent aus dem Verkehr gezogen und gegebenenfalls später wieder dazu gestellt. Der Gang und die Kirchentür gehört der Braut und dem Bräutigam! So. Ich finde, das musste mal gesagt werden 🙂

Annette Riedl:
…. ( lacht ) — wie Recht Sie haben

Klüngelkram:
Aber zurück zu Ihnen, Frau Riedel. Was fasziniert Sie selbst so sehr an der Hochzeitsfotografie?

Annette Riedl:
Das Spannende ist die Vielseitigkeit. Bei einer Hochzeit ist so ziemlich alles dabei, was mir Spaß macht: Von den Paarfotos, über Einzelportraits bis hin zu den wunderschönen Reportagefotos, die den ganzen Tag dokumentieren. Gerade die Detailaufnahmen und das Einfangen der kleinen, heimlichen Momente haben im Vergleich zu früher deutlich an Bedeutung gewonnen. Neben den Bildern von der Hochzeitsgesellschaft sind Detailfotos der Deko, der Ringe, dem Händchenhalten, der Tränen des Brautvaters, usw. natürlich irre wichtig um die Stimmung einer Hochzeit fotografisch gut wieder zu geben. Als Fotograf braucht man dafür manchmal sowas wie einen 6. Sinn (lach)!

Klüngelkram:
Gibt es denn etwas, worauf man bei den klassischen Hochzeits-Paarfotost achten sollte?

Annette Riedl:
Auf jeden Fall! Man sollte sich unbedingt ein paar Minuten Zeit für Paarfotos nehmen. Idealerweise zwischen Trauung und Empfang – da sprudelt das Adrenalin, die Frisur sitzt noch perfekt und der Bräutigam hat noch keine Lippenstiftspuren von herzhaften Tantenküssen am Kragen. Bei den Paarfotos ist mir immer wichtig, dass sie so ungestellt wie möglich sind. Natürlich gebe ich noch Anweisungen. Aber ich sage meistens „Geht mal hier am Waldrand spazieren. Seht nicht mich an, sondern euch. Seid verliebt. lacht..usw“ Dann kommen auch keine steifen Mimen auf und es wirkt eher so wie ein spontanes Reportagefoto, auf dem zufällig auch ein schöner Hintergrund ist oder auf dem zufällig auch kein anderen Gast im Hintergrund stört. Toll finde ich es immer, wenn der Bräutigam die Braut auf die Schläfe küsst (oder wo er je nach Größe eben hinkommt) und die Braut lachend in die Kamera oder nach oben guckt, so dass ich ihr gesamtes Gesicht sehe. Es wirkt immer so verliebt und locker.


Liebe Frau Riedl, wir bedanken uns sehr für das Interview!


Annette Riedl HochzeitsfotografieAnnette Riedl lebt in Berlin Prenzlauer Berg, ist verheiratet und hat 4-jährige Zwillingsjungs und eine 8-jährige Stieftochter.

Schon von Kindheit an ist sie kreativ tätig und wurde von ihren Eltern darin gefördert. Sie studierte in Nürnberg Fotografie und Gestaltung und wurde schnell zur gefragten Hochzeitsfotografin weit über ihren Freundeskreis und Wohnort hinaus. Ihr Markenzeichen ist ihre frische Art und ihre dynamisch, kunstvollen Bilder, die alles andere als gestellt und kitschig sondern möglichst natürlich und bewegt sind.

Wer noch mehr über ihre Arbeit erfahren möchte: hier entlang bitte…
www.feine-hochzeitsfotos.de

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