Das kann ich alleine! Die geniale neue Klavierschule für Mini’s aus Dänemark.

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Zu unserer persönlichen Vorstellung einer „guten Erziehung“ gehört ganz selbstverständlich auch das Erlernen eines Instruments dazu.

Seit dem Vorschulalter schleppen wir also unsere mehr oder weniger begeisterten Kinder zum Klavierunterricht, in die Gitarrenstunde oder in den Chor. Sogar ein paar Geigenstunden hatten wir (Gott sei Dank nur kurzeitig) im Programm.

Leider haben wir festgestellt, dass unser Drang zum Instrument durchaus nicht immer von den Kindern geteilt wird. Musizieren ja, gerne auch viel. Aber üben? Lernen? Je kleiner sie sind, desto schwieriger ist es, sie wirklich bei der Stange zu halten und dafür zu sorgen, dass sie die Freude am musizieren nicht verlieren.

Regelmäßiges Üben, Erfolgserlebnisse – das alles funktionierte bei uns ehrlich gesagt nur, wenn ein voll auf Motivation eingestellter, gut gelaunter und mit reichlich Zeit versehener Erwachsener daneben sitzt und mit einer Eselsgeduld zum 25.000 Mal „Hänschen klein“ & Co. in mehr oder minder interessanten musikalischen Variationen hört. Diverse Tricks und Taschentücher zum trockenen von Wuttränen gehören fest zur Übungsleiter-Ausstattung dazu, denn unsere Kerlchen sind ehrgeizig und „können“ lieber als dass sie „lernen“. Jeder Musiklehrer hat meinen vollen Respekt!

Die wöchentlichen Musikstunden waren vor allem für die Kleinen im Vorschulalter ein ganz netter Fixpunkt, aber das Instrument lernen die Kinder zu Hause. Und das schlaucht ungemein… ganz davon abgesehen ist es ein horrend teurer, zeitintensiver Spaß die Minizwerge Woche für Woche „Alle meine Entchen“ vorspielen zu lassen und die ganze Arbeit eh zu Hause zu machen.

Dem setzte bei uns Pernille Holm Kofod mit „Klavierspiel & Spaß“ jetzt offenbar ein Ende! Ja, wirklich – wir können es selbst kaum fassen:

Pernille hatte als kleines Kind von ihrer Großmutter Klaviernoten bekommen, die aus Äpfeln, Birnen und anderen Bildchen bestanden, konnte sich so mit Hilfe einer Bildschablone über der Tastatur vollständig alleine Lieder am Klavier „erarbeiteten“ und das machte ihr riesigen Spaß. So verbrachte sie Stunden am Klavier und puzzelte und knobelte die richtigen Tasten aus. Die Lieder – bekannte Kinderlieder – kannte sie alle, für messbare Selbstkontrolle und das für die Motivation extrem notwendige Erfolgserlebnis war also gesorgt.

Die Noten verschwanden irgendwann und später als Klavierlehrerin suchte sie für ihre Schüler jahrelang vergeblich nach einer Klavierschule, die auf diesem System beruhte. Gab es aber nicht. Also… selbermachen. Für Freunde, die sich Klavierstunden für Ihre Tochter nicht leisten konnten malte sie ein paar „Selbstlern-Noten“ nach dem Prinzip der Klavierschule ihrer Großmutter. Die Eltern und vorallem das Mädchen waren hellauf begeistert und rieten ihr dazu das zu veröffentlichen.

Mit Hilfe ihrer dänisch-deutschen Freundin, der Künstlerin (und Klüngelkramleserin) Sandra Schoeller Olsen entwickelte sie „Klavierspiel & Spaß“ und seit November 2014 ist es im Handel. Am besten erklärt sie das Prinzip von „Klavierspiel & Spaß“ selbst in ihrem Video:

„Klavierspiel & Spaβ“ ist für Kinder ab 4 Jahren, Eltern und Großeltern gedacht. Statt auf traditionellen Noten baut Klavierspiel & Spaβ auf einer Figurenwelt auf. Ganz simple, eingängige Zeichnungen die Spaß machen und gut merkbar sind: für jede Note eine Figur, also Elefant für „e“, Glocke für „g“…

Sandra Schoeller Olsen – selbst Klüngelkramleserin – erzählte uns neulich davon und da wir gerade wieder einen Kandidaten haben, der auf seine erste Klavierstunde wartet haben wir ihn kurzerhand zum Versuchskaninchen befördert und ihm kommentarlos die Klavierschule von Pernille ausgehändigt.

Ludwig (5) nahm sich das Buch in die Hand, blätterte es durch, erkannte ohne ein Wort lesen zu können sofort fast alle Lieder und stellte nur eine einzige Frage: „Soll ich da (zeigte auf eine Stelle im Buch) zweimal Glocke drücken?“ und dann legte er los! Seine großen Brüder und mich schickte er rigoros weg als wir es wagten, ihm helfen zu wollen: „Nein, das kann ich alleine!“

Und er kann. Hänschen klein, Happy Birthday, Bruder Jakob…Das Buch ist noch keine Woche im Haus und er spielt und spielt und spielt. Und platzt vor Stolz! Die Lieder die er noch nicht kennt lässt er sich vorsingen, fragt immer mal nach einem Text aber die Töne findet er selber. Und der Rhythmus kommt dann irgendwann auch von alleine. „Ich geh jetzt üben!“ ist der neue Schlachtruf und ich habe nichts damit zu tun. Großartig.

Ich bin ernsthaft begeistert und lege allen, die darüber nachdenken, ihre Kinder ans Klavier heranzuführen diese Klavierschule ans Herz! Die 28 EUR sind extrem gut investiert.

Wer sich noch genauer informieren möchte:
Hier geht es zur Seite von Klavierspiel & Spaß*

Wer sie gleich kaufen möchte:
Bisher gibt es „Klavierspiel & Spaß“ nur über Amazon zu kaufen, hier der Direktlink.

Ich wünsche Ihnen fröhliches musizieren!
Herzlichst
Ihre
Sylvia v. Braunschweig


* Produkttest: wir bedanken uns bei Klavierspiel & Spaß für die Bereitstellung eines kostenlosen Probeexemplars für unseren Test.


Nachtrag: da ich von etlichen Leuten danach gefragt worden bin, mit welchen Klavierschule unsere Kinder im Klavierunterricht arbeiten, habe ich eine Liste aller Klavierschulenzusammengestellt, die wir oder unserer uns umgebenden Freunde erfolgreich und mit Freude in Bearbeitung hatten. Vielleicht hilft das weiter? Detaillierte Fragen beantworte ich gerne persönlich. Einfach eine Mail an redaktion@kluengelkram.de schicken.

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3 Kommentare

  1. Also, aus Erfahrung weiß ich: Wenn Sandy Schoeller etwas in die Hand nimmt, kommt etwas Wunderbares heraus! Ich bin sehr gespannt, wie diese Klavier-Such-Schule anläuft. Und als begeisterte Klavierspielerin fände ich es natürlich super, wenn unser bald erscheinende Nachwuchs damit auch Lust auf dieses tolle Instrument bekäme. Ich frage mich nur: Was kommt nach diesem Band? Also, wie ist der Übergang zu normalen Noten? Oder reicht es, die Hemmschwelle einmal so abgebaut zu haben?
  2. Pernille Holm Kofod am
    Vielen Dank für den relevanten Kommentar, den ich hier sehr gerne beantworten möchte.
    (Ich entschuldige mich im voraus, dass ich noch nicht Deutsch ohne grammatische und syntaktische Fehler schreiben kann. Was der Text im Klavierbuch betrifft, habe ich gute Hilfe von den Textberaterinnen Susanne Burkhardt und Karin Y. Bienz bekommen ☺)

    Das Buch ”Klavierspiel & Spaβ” gibt es auch auf Dänish, und die Methode ist in Dänemark sehr Erfolgreich gewesen, auch beim Musik- und Klavierlehreren/innen. Im November 2014 wurde der dänische Band II herausgegeben, und der deutsche Band II ist unterwegs.

    Vor allem bin ich selber Musiklehrerin, und der Lernprozess interessiert mich sehr. Die Methode im Buch, ist eine Methode, die sich im Verlauf des Buches weiterentwickelt und auf die Einführung ins Traditionelle Notenbild vorbereitet. Die Kinder sind dadurch optimal auf den späteren Klavierunterricht vorbereitet und werden mit Leichtigkeit und sehr viel Freude ans Musizieren herangehen. Für viele Anfänger stellen die Noten eine Barriere dar, und ich möchte gerne den Kindern helfen in Gang zu kommen. Klavierspielen macht nur Spaβ, wenn man Lieder spielen kann.

    Im dänischen Band II habe ich das Klavierspiel weiterentwicklet, und dazu gibt es auch musikalische Aufgaben, die die Figuren mit den Traditionellen Noten verbinden. D.h. im Band II nähert das Kind sich ein Verständnis für traditionelle Noten.

    Aber Freiheit von den Figuren muss ja auch sein, und im dritten Band wird das Kind mit dem Noten ganz vertraut, d.h. die Noten, die das Kind intuitivt und Schritt für Schritt gerade kennengelernt hat. Der Band III ist noch nicht fertig gestellt.

    Zuletzt möchte ich gerne ein bisschen von meiner eigenen Geschichte erzählen: Als Kind liebte ich es Klavier zu spielen. Meine Groβmutter hatte ein Material, das aus Birnen, Bananen und Äpfeln bestand. Damit konnte ich ganz einfach, alleine und ohne besondere Hilfe, Klavier spielen, und das gefälte mir. Später, als Klavierschülerin, war es für mich kaum eine Herausforderung ein Traditionelles Notenbild zu lesen, weil ich mit Hilfe von Birnen und Bananen gerade einige Lieder sehr gut spielen konnte und die Notenlinien war kein fremdes grafisches System. ☺

    Mit freundlichen Klavierspiel & Spaβgrüβen
    Pernille Holm Kofod

  3. Gerade erst habe ich die ausführliche Antwort auf meinen Kommentar gesehen, vielen Dank! Ich habe inzwischen meinem Neffen zum 6. Geburtstag das Buch geschenkt und er scheint ganz begeistert zu sein! Das finde ich super. Er sitzt wohl viel am Klavier (das tun aber die Jungs in der Familie eh alle…) und übt mit den Bildchen. Ich hatte vorm Schenken mir die Noten genau angeschaut und finde auch, daß dadurch, daß die Bildchen auf den richtigen Linien liegen, der Übergang zum normalen Notensystem kein größeres Problem sein dürfte. Bin sehr gespannt auf die Folgebände!

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