Nachgefragt! Interview mit Michael Käfer über das Traditionshaus Feinkost Käfer.

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(Autorin: Susanne Lettner)
Michael Käfer leitet das Familienunternehmen Feinkost Käfer, das er erfolgreich aufbaute. Der Leitsatz „Qualität aus Leidenschaft“ brachte Michael Käfer den Erfolg, denn der kleine Münchner Familienbetrieb ist heute ein international agierendes Unternehmen.

Nicht nur der Feinkosthandel, der Party-Service, die Gastronomie gehören zur Unternehmensgruppe dazu, sondern auch die Käfer Wies’n-Schänke auf dem Oktoberfest.

Dabei hat sich Michael Käfer auch außerhalb von Feinkost Käfer einen Namen gemacht. Nach seinem Studium eröffnete er die Nobeldiscothek P1, die bald durch ihre prominenten Gäste weit über die Grenzen Münchens hinaus bekannt wurde.

Vom Candle-light Dinner bis hin zu Großveranstaltungen mit bis zu 10.000 Gästen, all das macht der Party-Service von Feinkost Käfer möglich. Neben der Verpflegung gehören zum Service ebenso die Musik, die Dekoration, die Location und das Personal – diese logistische Herausforderung bewältigt Feinkost Käfer auf höchstem Niveau. Die Käfer Wies’n-Schänke ist seit 1971 eine Institution auf dem Münchner Oktoberfest und bietet neben der guten Speisekarte, auch ein schönes traditionelles Ambiente. Außerdem bewirtet Feinkost Käfer die staatlichen Theatern und die BWM Welt in München, sowie den Deutschen Bundestag in Berlin.

Wer schon einmal im Käfer Feinkostladen in der Prinzregentenstraße war, weiß was für kulinarisches Erlebnis dort geboten wird – eine schöne Auswahl an Käsesorten, Weinen und Spirituosen, Gemüsesorten, Ölen und vielen unterschiedlichen Fleisch- und Fischarten aus aller Welt.

Wer nicht in München ortsansäßig ist, kann bequem im Online-Shop bestellen. Außerdem gibt es noch den Käfer Delikatessen Markt in Parsdorf, Brunnthal bei München und in der Schwabinger Leopoldstraße. Durch die gegründete Käfer Lizenz GmbH ist es möglich, eigene Produkte unter dem Käfer-Logo zu vertreiben. Seit 1992 gibt es eine Kooperation mit der japanischen Kaufhauskette Mitsukoshi und es seit Juni 2011 gibt es in Shanghai ein Käfer Restaurant.

In seiner Freizeit ist Michael Käfer unter anderem Kurator der Deutschen Sporthilfe und gründete gemeinsam mit seiner Frau die Clarissa und Michael Käfer Stiftung mit dem Zweck der Förderung der Altenhilfe und der Unterstützung hilfsbedürftiger oder älterer Menschen.

Da ich selbst im Eventmanagement tätig bin, hat es mich gefreut, Michael Käfer zu seinen Anfängen und den Aufbau des Familienbetriebs zu einem international agierenden Unternehmen zu befragen.

Herzliche Grüße,
Ihre
Susanne Lettner


Klüngelkram: Den Grundstein für Ihr Unternehmen haben Elsa und Paul Käfer im Jahr 1930 gelegt. Innerhalb von drei Generationen haben Sie den kleinen Familienbetrieb zu einer internationalen Firma ausgebaut. War Ihnen von Anfang an klar, den Familienbetrieb zu übernehmen?

Michael Käfer: Ja, ich wollte nie etwas anderes machen. Ich bin praktisch im Betrieb aufgewachsen, habe meine Hausaufgaben in der Backstube gemacht und mir durch kleine Jobs wie Tütentragen ein erstes Taschengeld verdient. Später habe ich im Party Service und auf dem Oktoberfest mitgeholfen. Was mir immer besonders gut gefallen hat, ist das direkte Feedback der Kunden und Gäste. In der Gastronomie merkt man sofort, ob der Gast sich wohlfühlt oder eine Veranstaltung ein Erfolg ist. Daher war es mir schon sehr früh klar, dass ich das Unternehmen einmal übernehmen möchte.

Klüngelkram:
Ihr Unternehmen ist weiterhin in Familienbesitz. Was gefällt Ihnen besonders an der Struktur eines Familienunternehmens?

Michael Käfer: Man ist als Unternehmer unabhängig. Ich kann frei entscheiden, in welche Bereiche ich investieren möchte oder welche neuen Projekte zu uns passen.
Klüngelkram: Gibt es eine bestimmte Philosophie, die Sie als Unternehmer leitet?

Michael Käfer: Wir haben für die Käfer Gruppe fünf Werte festgelegt, die jedes unserer Produkte und jede Dienstleistung erfüllen müssen: liebenswert, einzigartig, überraschend, hochwertig und emotional. Diese Werte soll jeder unserer Mitarbeiter verinnerlichen. Damit das gelingt, müssen ich und meine Führungsleute das vorleben, jeden Tag und mit Leidenschaft.

Klüngelkram: Sie haben im Jahr 1983 das P1 übernommen. Würden Sie sagen, dass das P1 ein Meilenstein in Ihrer Karrierelaufbahn war? Welche Bedeutung hat der Club für Sie?

Michael Käfer: Auf jeden Fall. Ich habe mit dem P1 unwahrscheinlich viel über Gastronomie und Veranstaltungen gelernt. Zum Beispiel, dass auch ein Nachtclub ein Ganztagesjob ist. Eigentlich wollte ich noch einmal studieren und fand es ganz praktisch, erst abends zu arbeiten. Ich habe aber schnell gemerkt, dass das so nicht funktioniert, wenn man Erfolg haben will. Schließlich haben Lieferanten, Kunden und Partner einen ganz normalen Tagesrhythmus.

Klüngelkram: Sie haben außerdem auf dem Oktoberfest ein Zelt, das bekannte Käfer-Zelt. Wann fangen die Wiesn-Vorbereitungen an?

Michael Käfer: Wir haben mittlerweile ein Team mit mehreren Leuten, das sich das ganze Jahr über nur um das Oktoberfest kümmert. Die Vorbereitungen beginnen bereits im Januar mit der Entwicklung der Speisekarte und ersten Ideen zum neuen Dekorationsthema. Ab März geht es dann richtig los mit den Reservierungen und all den anderen Vorbereitungen.

Klüngelkram: Sie haben die Käfer-Alm auf der Galopprennbahn eröffnet. Der Standort ist günstig gelegen, zwischen der Münchner Innenstadt und dem Messegelände. Wie hat sich die Standortwahl ergeben?

Michael Käfer: Das Gelände Galopprennbahn hat sich für eine Alm wie diese perfekt angeboten. Wir machen das zusammen mit „von Alm das Beste“, die das System der mobilen Almhütten perfektioniert und auch die Käfer Alm gebaut haben. In Riem hat man alles, was man für eine erfolgreiche Location braucht: Viel Platz, gute Erreichbarkeit, ausreichend Parkplätze und keine direkten Nachbarn. Da sind kaum Grenzen gesetzt. Die Alm hat einen unheimlichen Charme durch die alten Holzbalken und das authentische Ambiente. Ein Traum für Hochzeiten oder Partys.

Klüngelkram: Was machen Sie am liebsten, um Energie für Ihre Projekte zu tanken?

Michael Käfer: Sport ist mir wichtig, ich jogge regelmäßig. Gerne auch spät abends, wenn nicht mehr viel los ist auf den Straßen. Da kommen mir oft die besten Ideen. Und natürlich gibt mir meine Familie ganz viel Energie. Unsere Zwillinge sind jetzt vier Jahre alt und bei uns zuhause ist immer etwas los.

Klüngelkram: Welche Projekte stehen bei Ihnen aktuell an?

Michael Käfer: Das größte Projekt, an dem wir arbeiten, ist Gut Kaltenbrunn am Tegernsee. Die Blue Lion GmbH hat uns das Vertrauen geschenkt, den alten Gutshof und den Biergarten neu zu bewirtschaften. Dieser Platz ist einer der schönsten, die ich kenne. Man hat einen unvergleichlichen Blick auf den See und in die Berge. Alles ist nach den Vorgaben des Denkmalschutzes renoviert und neu gestaltet. Es ist ein bodenständiges Gastronomiekonzept, das die Familien am Tegernsee, Ausflügler und Feriengäste gleichermaßen anspricht. Wir wollen eines der besten bayerischen Wirtshäuser machen, authentisch und passend zur Tradition des Tals. Auch Veranstaltungen sind möglich, Hochzeiten oder Geburtstage zum Beispiel. Um den traditionellen Gutshofcharakter spürbar werden zu lassen, arbeiten wir hier so viel wie möglich mit lokalen Produzenten wie z.B. Fischzuchten, Imkern und ansässigen Bauern und legen auch eine eigene kleine Landwirtschaft mit Kräutern, Obst und Gemüse an.

Wir bedanken uns ganz herzlich für dieses Interview!

Kontakte:
www.feinkost-kaefer.de
Clarissa und Michael Käfer Stiftung: www.cm-kaeferstiftung.de
Käfer-Akademie: www.kaeferakademie.de
Portrait Michael Käfer: Fotocredit: Simon Koy



Interviewautorin Susanne LettnerZur Autorin:
Unsere Autorin Susanne Lettner ist Marketing- und Eventmanagerin bei einem Forschungsinstitut und langjährige Klüngelkram-Leserin. In ihrer Interview-Reihe stellt sie interessante Persönlichkeiten aus ihrem persönlichen und dem „Klüngelkram Lifestyle-Umfeld“ vor.
Mehr Informationen zur Autorin finden Sie hier.

Anregungen und Wünsche für weitere Interviews und selbstverständlich auch ein Gastbeitrag sind herzlich willkommen:
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