7 Wochen ohne? Konstruktive Anregungen zur Fastenzeit.

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Fasten Sie? In Zeiten des Überflusses kann es tatsächlich sehr heilsam sein, mal eine Weile gezielt auf Dinge verzichten. Sei es um sie hinterher besser wertschätzen zu  können oder um festzustellen, dass man eigentlich ganz auf sie verzichten könnte. In jedem Falle ist es eine bereichernde Erfahrung. Egal ob man religiös ist, kirchlich gebunden oder nicht. Es geht ums Justieren unsere Menschlichkeit. Auf der Seite katholisch.de habe ich folgendes Zitat von Sascha Stienen gefunden:

Der Theologe Ulrich Lüke bezeichnet die Fastenzeit … als „eine Art Trainingslager der Menschlichkeit“. Dazu gehören für ihn drei Trainingseinheiten: Authentizität (Sei du selbst, denn so sieht dich Gott), Solidarität (Spare Zeit, Geld und Zuwendung und investiere sie für andere) sowie Spiritualität (Finde Trost, Ermutigung und Hoffnung bei Gott und definiere dein Ziel neu). Das Bild ist sehr treffend: Denn eine Trainingszeit ist manchmal mühsam, hart und unangenehm, wird aber dadurch belohnt, dass die Trainierenden einen höheren Grad körperlicher, geistiger oder spiritueller Fitness erreichen.

Und es muss dabei gar nicht um Schokolade, Alkohol oder andere Genüsse gehen. Sich – zumindest zeitweilig – von Gewohnheiten und Gedanken frei zumachen, die Routinen des Alltags zu hinterfragen und eine neue Perspektive einzunehmen ist ebenso Zweck der traditionellen 40 tägigen Passions- oder Fastenzeit die am Aschermittwoch beginnt.

Mein persönliches Fastenziel habe ich bei der Aktion „7 Wochen ohne“ gefunden: Ab Aschermittwoch heißt es für mich “ Zuversicht! 7 Wochen ohne Pessimismus„. Wie mir das gelingen soll weiß ich zwar noch nicht, aber ich möchte es wenigstens versuchen. Jeder Kleinerfolg zählt. Komisch, dass mir sofort lauter Gegenargumente für den Verzicht auf Pessimismus einfallen. Warum ist das eigentlich so?

Ich zitiere dazu Andreas Brummer, den Geschäftsführer der evangelischen Aktion 7 Wochen ohne:

„Alles geht schief! Das wird nix mehr! Warum neigen so viele Menschen dazu, die Zukunft als Zeit der Niederlagen, Misserfolge, ja Katastrophen zu beschreiben? Angst und Sorge treiben sie an. Wenn die anderen Leute in Familie und Gesellschaft ihnen nicht glauben, reagieren sie mit einem Achselzucken: Ihr habt halt keine Ahnung! In ihrer pessimistischen Haltung fühlen sie sich von diversen Medien und Gruppen bestätigt, wenn diese einzelne Vorfälle und Ereignisse als Belege dafür deuten, dass der Untergang des Abendlandes unmittelbar bevorsteht.

Angst und Sorge sind zentrale Elemente menschlichen Bewusstseins. Sie dürfen aber nicht dominieren und Menschen in Hoffnungslosigkeit fallen lassen. Unser Motto für die Fastenzeit 2020, „Zuversicht! Sieben Wochen ohne Pessimismus“, soll im Sinne Jesu Christi dazu ermuntern, Zukunftsangst und Misstrauen zu überwinden. In der Geschichte von Tod und Auferstehung, der die Fastenzeit und Ostern gewidmet sind, lebt neben Glaube und Liebe das Prinzip Hoffnung, wie es Paulus in seinem Brief an die Korinther beschreibt.

Wir möchten mit Texten und Bildern dazu ermuntern, auch in schwierigsten Lebensphasen nicht zu übersehen, wie viel Verstand, Mut und Können in uns, in unseren Familien, Freundeskreisen und Gemeinschaften steckt. Mit Zuversicht kann es gelingen, aus Krisen zu lernen und gemeinsam neue Wege zu entdecken. Wir kriegen das schon hin! Kein Grund zu Pessimismus!“

Ich werde mich also einfach mal drauf einlassen und schauen was passiert. Die jeweiligen Wochenthemen der Aktion klingen auf jeden Fall schon vielversprechend. „Sorge Dich nicht“, „Fürchte Dich nicht“ „Sollte dem HERRN etwas unmöglich sein?“ und so weiter. Den Rest erfahre ich aus der App oder dem Fasten-Newsletter. Den habe ich gerade bestellt. Sie wollen auch? Hier ein Direktlink zur Aktion 7 Wochen ohne.

Ideen für weitere Fastenziele:

  • die Dauerbrenner: Schokolade, Süßigkeiten, Fleisch oder Alkohol
  • Handy-Fasten (oder einschränken. Dafür empfiehlt sich z.B. die App Screen Time, mit der man die tatsächliche Nutzung seiner Geräte sehr gut auswerten kann)
  • Verzicht auf neue Klamotten oder sonstigen Konsum
  • Verzicht auf Fahrstühle und Rolltreppen
  • Reduktion von CO2, Plastik und Müll
  • … usw.

Haben Sie weitere Fasten-Ideen? Oder Erfahrungen mit dem Fasten? Dann schreiben Sie sie gerne unten in die Kommentare.

Übrigens: Warum eigentlich 7 Wochen? Dauert die Passionszeit nicht eigentlich 40 Tage? OK, 7 Wochen ist ein aufgerundeter Wert, der sich aber so schon seit vielen Jahrzehnten eingebürgert hat. Aber das mit den 40 Tagen hat auch so seine Tücken: Die Fastenzeit beginnt am Aschermittwoch und endet Ostersonntag. Das sind 46 Tage. Der Trick bei Sache ist, dass die in der Fastenzeit liegenden Sonntage nicht zu den 40 Tagen zählen da dort die Messe „gefeiert“ wird.

Bildquelle: 7wochenohne.evangelisch.de

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