Bücher sind die ganz große Leidenschaft unserer Leserin Karine von Rumohr. Wir haben Sie gebeten uns doch mal ein paar ihrer Lieblinge zu rezensieren. Hier kommt der erste:

Gartengestaltung mit Stauden. Von Foerster bis New German Style.
Autorin: Mascha Schacht


Vermutlich bin ich erblich vorbelastet, aber mal ehrlich: Ein Garten ohne Stauden – das geht nicht! Wo sollen Tiefe, Vielfalt, Stimmung herkommen, wenn nur Rasen, Rhododendren und Rosen das Bild bestimmen?

Was fasziniert mich an Stauden?

Stauden sind winterharte, mehrjährige Pflanzen. Ihre Überwinterung schaffen sie, indem sie ihre gesamte Kraft in sogenannte Überwinterungsknospen zurückziehen – an der Erdoberfläche ist bei manchen Sorten wie der Hosta (Funkie) dann nichts mehr zu sehen. Geduldig treiben sie im Frühjahr wieder aus, wachsen in die Breite und füllen so nach und nach die Lücken im Beet. Und genau das macht sie zu wesentlich pflegeleichteren Gartengenossen als ewig weite Rasenflächen, die ständig gemäht werden wollen: Wo es keine Lücke gibt, tut sich Unkraut schwer. Und Rückschnitt oder Pflanzenteilung sind selten nötig. Dafür bieten Stauden eine ständige Bewegung im Beet, wenn ihre Zusammenstellung geschickt vorgenommen wurde. Dann blüht es vom frühsten Frühjahr bis in den Winter hinein. Farben, Blattstrukturen, Höhe, Standortansprüche, Geschmacksfragen: Für alles gibt es die richtige Staude.

Nun zum Buch:

Ein kleines bißchen verwirrend ist der Titel. Der Leser vermutet wohl zunächst, präzise Gartentipps und Vorschläge für Beetkombinationen in Mascha Schachts neuem Buch zu bekommen. Das ist nicht der Fall. Aber auch nicht ihr Ziel. Sie führt nämlich in die Welt der Staudendenker ein. Dazu betrachtet sie, wie Stauden früher verwendet wurden – in Kloster- und in Schloßgärten beispielsweise – und zeigt, wie sich über Karl Foerster und Co. verschiedene aktuelle Staudenverwendungen entwickelt haben. Unglaublich interessant ist, wer wen wie beeinflusst hat, was Prämissen waren, wie Stauden heute immer mehr auch im öffentlichen Raum erhalten.

Zu den großen Kapiteln der Zeitbeschreibungen kommen Porträts von herausragenden Gärtnern und Landschaftsarchitekten, sowohl der Vergangenheit als auch der Gegenwart. Die wichtigsten Gärtnereien im deutschsprachigen Raum stellt sie ebenfalls vor.

Wer Mascha Schachts Werk liest, bekommt natürlich eine Menge Wissen um die Pflanzen präsentiert. Aber auch, und das ist wirklich ein Verdienst in der Garten- und Gartenbuchlandschaft, einen umfassenden Überblick über die wichtigsten Menschen und Entwicklungen rund um die Staude. Damit kann auch der Gartenanfänger schnell mitreden bei Gärtner-Talk…


Titel: Gartengestaltung mit Stauden. Von Foerster bis New German Style.
Autor: Mascha Schacht
Gebundene Ausgabe: 214 Seiten, 172 Farbfotos
Verlag: Ulmer (Eugen) (27. August 2012)
ISBN: 978-3800176908


Blick ins Buch:


Karine von RumohrUnsere Gastautorin Karine von Rumohr (1977) ist ausgebildete Mediatorin mit dem Schwerpunkt Betriebsnachfolgen und Hofübergaben.
Darüber hinaus ist sie als freiberufliche Redakteurin tätig und hat selbst mehrere Bücher geschrieben (u.a. Blumenfrauen und ihre außergewöhnlichen Gärten). Seit 2005 ist sie Priörin des Klosters in Uetersen.

Aufgewachsen in der südbadischen Staudengärtnerei Gräfin Zeppelin absolvierte sie vor dem Studium eine Gärtnerlehre. Anschließend studierte Karine von Rumohr in München, Freiburg, Stockholm und Wien und hat Magisterprüfungen in den Fächern Skandinavistik, Germanistik, allgemeine Linguistik, Romanistik sowie Geschichte abgelegt. Heute lebt sie in München.


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