Sieben Leben retten – das klingt groß. Und doch ist es ganz einfach – wenn man sich entschließt, einen Organspendeausweis auszufüllen.

Ein heikles Thema? Nicht unbedingt, sind die Organisatoren des ersten „Fests fürs Leben“ überzeugt.

Am Sonntag, 25. August, bietet der LandPark Lauenbrück die Gelegenheit, sich mit dem Thema Organspenden auseinander zu setzen.

Und das muss nicht unbedingt bierernst und traurig sein, finden die Initiatoren Katharine und Friedrich-Michael von Schiller*. Denn neben fundierten Informationen durch Fachleute wie der Deutschen Stiftung für Organspende, Referenten, Ärzte des Herzzentrums des UKE Hamburg, Betroffene und Institutionen sorgen die ehrenamtlichen aus Funk und Fernsehen bekannten Moderatoren Bettina Tietjen und Carlo von Tiedemann nicht nur für eine ansprechende Moderation, sondern präsentieren das Fest für das Leben ebenso, wie das Leben selbst sich gestaltet: Bunt, quirlig und voller Überraschungen.

Den Auftakt des außergewöhnlichen Fests im Zeichen der Organspende bildet am Vorabend die Open-Air Benefiz-Aufführung der Komödie „Der zerbrochene Krug“. des bekannten Potsdamer Theater Poetenpack.

Der Informationstag selbst beginnt um 9.30 Uhr mit einem Frühstückskino. Gezeigt wird der ZDF-Streifen „Ein Teil von Dir“, der differenziert und sensibel in die Thematik einführt.
Von 14 bis 15.30 Uhr kommen dann Experten zu Wort. Moderiert wird die Informationsveranstaltung von Bettina Tietjen. Die Umrahmung des Programms wird künstlerisch durch den Musiker Flo Bauer, der sich für die Aktion “Von Mensch zu Mensch” einsetzt, den Pantomimen Reinhard Lüdemann und Klaus Urban, Poetry-Slammer umgesetzt. Alles in Allem ein bunter Tag, der den Besuchern das wichtige Thema Organspende auf vielfältige Weise näherbringt.

Weitere Informationen sind unter www.festfürsleben.de zu finden.


*Warum dieses Fest fürs Leben?

Wir fragten bei Gastgeberin und Initiatorin Katherine von Schiller nach. Hier ihr Bericht:

“Das passiert uns doch nicht!”

Im Jahre 2009 erkrankte unser damals 15 Jahre alter Sohn und Bruder Caspar in Folge einer Grippe plötzlich an einer lebensbedrohlichen Herzmuskel-Entzündung. Der dramatische Krankheitsverlauf zeigte bald, dass eine Herztransplantation notwendig wurde.

Als Eltern und Geschwister haben wir uns so erstmalig mit dem Thema Organspende auseinandergesetzt.

Heute sind wir glücklich, dass Caspar mit inzwischen 20 Jahren sein Leben fast genauso fröhlich und normal führen kann wie gleichaltrige Jugendliche. Mit großer Dankbarkeit, Respekt und Demut denken wir immer wieder an den Spender und dessen Familie, denn es ist keineswegs eine Selbstverständlichkeit, dass ein Spendeorgan zur Verfügung steht – insbesondere dann nicht, wenn es richtig schnell gehen muss.

Damals erfuhren wir, dass viel mehr menschliche Leben durch Organspenden gerettet werden könnten, wenn es nur genügend Spender gäbe.

Konnten im Jahre 2000 z.B. in Deutschland 418 Herzen transplantiert werden, so waren es im Jahr 2012 nur noch 318 Herztransplantationen, von 2010 zu 2011 ist die Zahl der Organspenden um 7% gesunken, im Jahr 2012 war ein weiterer deutlicher Rückgang der durchgeführten Organspenden von 12,8 Prozent zu erkennen. Die Vorfälle mit Datenmanipulationen in verschiedenen Transplantationszentren haben das Vertrauen in die Transplantationsmedizin schwer erschüttert, zu Lasten der wartenden todkranken Patienten. Die Wartezeit von durchschnittlich sechs bis neun Monaten und länger ist für Patienten und Familien eine starke, psychisch belastende Herausforderung, ein Wechselbad der Gefühle mit Hoffen und Bangen.

Wenige Tage nach Caspars erfolgreicher Transplantation verunglückte der wenig ältere Sohn eines befreundeten Ehepaares schwer. Wir erlebten mit und nahmen daran teil, welche Gedanken, welche Ängste und welche Täler Familien von Organspendern durchschreiten, wenn das Leben trotz aller ärztlicher Kunst nicht mehr zu retten sein wird und man sich dennoch für eine Organspende entscheidet, weil wegen Caspars Situation über die Thematik gesprochen worden war.

Gerade wegen unseres Wissens um Freude und Trauer bei Organspenden, wegen unserer Dankbarkeit und unserem Respekt vor Organspendern und ihren Familien ist es uns ein Herzensanliegen, die Thematik ins Bewusstsein zu rücken.

Mit einem großen, öffentlichen „Fest fürs Leben“ am 25. August 2013 möchten wir auf das Thema Organspende aufmerksam machen und durch Informationen erreichen, dass sich viele Menschen damit auseinandersetzen. Kommen Sie zu uns in den LandPark Lauenbrück und erleben einen Tag voller Information, Motivation und Faszination.

Wir freuen uns sehr und danken den NDR Moderatoren Bettina Tietjen und Carlo v. Tiedemann und dem universitären Herzzentrum im Uniklinikum Eppendorf für die Mitorganisation und der Teilnahme an diesem Fest.

Ärzte, Schwestern, Pfleger spenden Ihre Freizeit, um unseren Gästen die vielfältige Thematik des Themas Organspende näher zu bringen. An Ständen können sich Intersessierte Besucher informieren und Fragen stellen. Mit einem wissenschaftlichen Informationsteil unterstützt uns das Herzzentrum. Außerdem vor Ort eine Teddyklinik der Herzschwestern und die Faszination durch die Klinik-Clowns.

Wir halten es für notwendig und sinnvoll, dass sich jeder mit den Chancen und Risiken einer Transplantation, den Fragen des Spenders und denen des Empfängers auseinandersetzt. Die Situationen können schnell und unerwartet auf uns zukommen. Es liegt im Interesse eines jeden sich mit der Transplantationsthematik auseinander zu setzen und gemeinsam mit der Familie eine Entscheidung für sich zu treffen.

Im akuten Fall ist die Belastung bei der Sorge um den Gesundheitszustand des Angehörigen oder seiner selbst schon enorm, sich dabei noch mit schwerwiegenden Fragen auseinander zu setzen, die man schon längst hätte beantworten können, führen die Betroffenen an die Grenze des Erträglichen.

Auf unserem “Fest fürs Leben!” wollen wir mit Sensibilität das Nachdenken über Organspende anregen. Dabei sollen Gelassenheit, Fröhlichkeit und Neugierde nicht zu kurz kommen. Ein phantastisches Rahmenprogramm mit faszinierenden Straßenkünstlern, Akrobaten und Musikern umspielt das Fest. Wir wollen dazu motivieren, dass die Verdrängungskultur abgebaut wird und vielleicht eine Entscheidung für einen Organspende-Ausweis zu einer selbstverständlichen Entscheidung „fürs Leben“ wird.

Herzliche Grüße
Ihre
Katharine v. Schiller
www.festfuersleben.de


Für diejenigen, die schon längst einen Organspende-Ausweis ausfüllen wollten und nur noch nicht dazu gekommen sind:

Hier kann man ihn direkt online ausfüllen und selber ausdrucken:
http://www.organspende-info.de/organspendeausweis/erstellen

Wir wünschen Ihnen von Herzen ein gesundes und glückliches Leben!

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