Klüngelkram kocht: Pflaumenmus ohne rühren und Likör aus Zwetschgenkernen.

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Keine Ahnung woher ich das habe, aber ich kann es kaum aushalten, Früchte aus unserem Garten „verkommen“ zu lassen. Vielleicht ist das altmodisch, aber für mich hat das was mit Wertschätzung eines Gottesgeschenks zu tun und außerdem: Ich nasche so gerne und Essen schmeißt man nicht weg…

In unserem Garten steht ein uralter, verhutzelter Pflaumenbaum – eigentlich trägt er kaum noch, aber dieses Jahr ist er über und über voll mit köstlichen Zwetschgen. Jetzt wird gebacken, eingefroren etc.. Die Jungs sind mit Begeisterung dabei, nur die Tatsache, dass sich die vereinzelten Pflaumenmaden nicht in einem Glas als Haustiere halten lassen trübt die Freude etwas…

Auf der Suche nach ein paar neuen Ideen, was man aus den Pflaumen herstellen könnten bin ich über ein geniales Pflaumenmus-Rezept gestolpert und habe es gestern ausprobiert. Zum niederknien…

Echtes Pflaumenmus? Da muss man doch stundenlang rühren!!! (Genau deshalb habe ich es nie gemacht…). Aber es geht zu meiner großen Freude auch anders, man braucht wirklich kein Kochgenie sein und das Ergebnis ist phänomenal. Also Schürze an und los:

Kochlöffelfreies Pflaumenmus (ggfs. mit Schokolade):

Zutaten:
4 kg Zwetschgen/Pflaumen
2 kg Zucker (kein Gelierzucker)
200-400 gr Schokolade (optional)

und je nach Geschmack zum zusätzlichen würzen:
Zimt, Rum, Lebkuchengewürz und/oder Zitronensaft.

Zubereitung:
Zwetschgen entkernen (Kerne aufheben!!! siehe unten, nächstes Rezept), mit dem Zucker gut vermischen und über Nacht im Kühlschrank ziehen lassen. Danach in einem großen Bräter (oder dem tiefen Backblech) bei 150 Grad bei Umluft im Backofen für 4 Stunden köcheln lassen. Auf keinen Fall umrühren!!! (einmal gerührt muss weitergerührt werden, sonst brennt es an).

Danach in einem großen Topf mit dem Pürierstab fein pürieren, gegebenenfalls mit Schokolade, Zimt, Rum, Lebkuchengewürz oder Zitronensaft würzen und so heiß wie möglich in die vorher abgekochten Marmeladengläser abfüllen. Vorsicht: ab dem Moment, in dem man mit dem pürieren anfängt darf man auf keinen Fall aufhören zu rühren, sonst brennt es sofort an! Deshalb alle Zutaten vorbereitet neben den Topf legen und den Herd nicht zu heiß einstellen.

Tipp: Falls zu viel Flüssigkeit beim kochen verloren gegangen ist und das Mus zu fest ist einfach etwas Wasser zugeben. Es sollte sich gut in die Marmeladengläser gießen lassen. Und da Zwetschgen sehr unterschiedlich im Zuckergehalt sind kann man auch Zitronensaft hinzufügen, falls es zu süß geworden sein sollte.

Ich habe das Mus mit einem halben Teelöffel Zimt, Zitronensaft und 3 Tafeln Schokolade gewürzt und meine Familie reißt es mir aus den Händen. Es erinnert ein wenig an die Füllung der Schokoherzen, denen ich in der Adventszeit (und leider auch schon vorher) nicht widerstehen kann. Köstlich!!!

Und warum sollten Sie die Kerne aufheben?

Dazu habe ich auch noch ein Rezept gefunden, dass ich jetzt erstmalig ausprobiere. Wie es schmeckt, kann ich erst nach Weihnachten berichten, so lange soll es ziehen:

Zwetschgenkern-Likör:
Man nehme eine große Glasflasche mit weitem Hals (ich habe eine Milchflasche genommen), fülle sie zur Hälfte mit den Zwetschgenkernen und fülle dann mit 200 gr. Zucker und Vodka bis oben auf. Fest verschließen, an einem warmen Ort lagern und nach 3-4 Monaten durch ein Tuch gießen und in Fläschchen abfüllen.

Wer keine Zwetschgen in diesen Mengen zur Verfügung hat (für eine halbe Flaschenfüllung braucht man ca. 4 kg Zwetschgen), der kann ja mal beim Bäcker nachfragen. Die haben haufenweise Zwetschgenkerne übrig, die sie sonst einfach wegschmeißen…

Den unzähligen begeisterten Kommentaren im Internet nach, soll das ein köstlicher Amaretto-ähnlicher Likör werden der sich für die Verfeinerung von Desserts und Getränken eignet. Oder man trinkt ihn einfach pur. Die Flasche Vodka war mir der Test wert, alles andere war ja eh schon vorhanden. Und jetzt bin ich sehr gespannt auf das Ergebnis und werde natürlich berichten.

Herzliche Grüße
Ihre
Sylvia v. Braunschweig

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