Symphatisch klang seine Stimme schon am Telefon und Heinz Spenkuch, der Mann hinter „Dreckstückchen“, ist es auch live.

Als ich ihn anrief, um etwas über sein Unternehmen „Dreckstückchen“ zu erfahren, schlug er mir gleich vor, doch mal vorbeizukommen in seinen Werkstatt-Atelier-Showroom in Hamburg Eimsbüttel.

Gesagt – getan, und so hatte ich letzte Woche das Vergnügen, Heinz Spenkuch kennen zu lernen und ihn neugierig zu befragen.

Schon mehrere Meter vor dem Laden merkt man, dass es sich hier um mehr handelt als um ein stinknormales Fußmattengeschäft. Die Fußmatten, oder liebevoll auch Dreckstückchen genannt, liegen kreuz und quer verteilt auf dem Bürgersteig und weisen unaufdringlich den Weg ins Geschäft. Versehen mit frechen Sprüchen und in bunten Farben hat man irgendwie das Gefühl, die Matte kommuniziert mit einem und man kann das Schmunzeln beim Eintreten kaum verbergen.

Drinnen werde ich dann ebenso freundlich von Heinz Spenkuch begrüßt. Bevor wir das Gespräch beginnen, möchte ich mich aber erst einmal in Ruhe umschauen. Da passt es ganz gut, dass gerade noch ein Kunde bedient wird.

Fußmatten wohin das Auge blickt. Überall hängen sie, liegen sie, sind gestapelt übereinander oder hintereinander weg – die kunterbunten Fußmatten mit den witzigen Sprüchen oder Bildern drauf.

Wie kommt man auf die Idee, sich professionell auf diese Weise mit Fußmatten zu beschäftigen? Gibt es da etwa eine erbliche Vorbelastung oder so etwas?

Im weitesten Sinne schon – Heinz Spenkuch hat eine kreative Ader, besitzt künstlerisches Know-How, hat einen Schalk im Nacken, ist begeisterungsfähig, voller Energie und orginell.
Die Initialzündung zur Fußmattenidee kam ihm während seiner Studienzeit an der HfbK, der Hochschule für bildende Künste in Hamburg.

Die Fußmatte vor der Wohnungstür seiner damahligen Studenten-WG war ständig schmutzig und damit ein Dorn im Auge der Nachbarschaft. Eines Tages empörten sich zwei ältere Damen lauthals im Treppenhaus über den Anblick dieses Dreckstückchens und so war nicht nur der zukünftige Name des Unternehmens geboren, sondern vor allem die Idee, sich mit dem Objekt als Fußmatte genauer zu beschäftigen.

2000 schrieb Heinz Spenkuch seine Diplomarbeit zum Thema „Die Fußmatte im öffentlichen Raum“. Das war die Geburtstunde zur modernen Fußmattenforschung.
Es folgten Fußmatten-Ausstellungen und Aktionen, Dreckstückchen-Konzerte, Fußmatten-Memory-Spiele und schließlich die Eröffnung des Fußmatten-Shops 2001 in der Lappenbergsallee 10.

Hier wird die Fußmatte aber nicht nur verkauft, verpackt oder verschickt, hier wird der Fußmatte vor allem das „EigenLeben“ eingehaucht. Das geschieht mit einem aufwendigen manuellen Siebdruckverfahren, durch das der Kreativität farblich und gestalterisch fast keine Grenzen gesetzt sind.

Viele tolle Ideen haben Heinz Spenkuch und sein Team schon auf die Matte gebracht, aber sie freuen sich auch über jeden, der sein eigenes Wunsch-Dreckstückchen gestalteten möchte. Dabei stehen sie gerne mit Rat und Tat zur Seite bis das gewünschte Dreckstückchen das Mattenbedürfnis seines Auftraggebers erfüllt.

Die Matten selber gibt es übrigens in zwei verschiedenen Velourqualitäten, auf denen der Aufdruck besonders gut hält und die einfach zu reinigen sind. Die Edelvariante des Dreckstückchens wird sogar mit einer individuellen Nummer und Signatur versehen – ein echtes Kunstwerk eben.

Wer sich absolut nicht entscheiden kann was draufgedruckt wird, greift am besten zur Wendematte. Ein Seite passt immer.

Zur Zeit kreiert Heinz Spenkuch gerade ein Duftspray für die Fußmatte. Was für eine sinnliche Idee! Ich durfte am ersten Prototyp schon mal schnuppern.

Wer nicht die Möglichkeit hat, Heinz Spenkuch in Hamburg zu besuchen, hat die Möglichkeit auf www.dreckstueckchen.de zu stöbern, sich zu informieren und vielleicht bald selber stolzer Besitzer eines Dreckstückchens zu werden oder jemandem damit eine Freude zu machen.

Herzliche Grüsse aus Hamburg,

Ihre Alexandra Krumhoff

Hier geht’s direkt zu www.dreckstueckchen.de


Alexandra KrumhoffUnsere Gastautorin Alexandra Krumhoff lebt mit Ehemann und Hund in Hamburg.

Von Hause aus Physiotherapeutin und Yogalehrerin begeistert sie sich schon lange für Golf, Segeln und Literatur. Und da sie gerade ihre fast erwachsenen Zwillinge an die Uni “losgeworden” ist, nutzt sie die frei gewordene Zeit und macht sie sich jetzt an die Umsetzung eines langehegegten Traums: sie schreibt an ihrem ersten Buch!

Wir freuen uns, dass Alexandra Krumhoff als begeisterte Klüngelkram-Leserin nebenher in Hamburg auf die Suche nach neuen Entdeckungen für Klüngelkram geht und uns mit ihrem frischen, fröhlichen Schreibstil an ihren Fundstücken teilhaben lässt.


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